Sonntag, 25. August 2024

"Lass dir an meiner Gnade genügen ..."

  Eigentlich bin ich mit meiner aktuellen Situation des Lebens zufrieden. Es geht mir gut, ich habe alles was ich brauche. Alles ist auf meine Möglichkeiten abgestimmt, dass ich gut leben kann.

Nur manchmal, wenn ich nachdenke, was ich mir so für meine Rentenzeit gewünscht habe zu tun, stimmt es mich traurig, dass meine Möglichkeiten so eingeschränkt sind. Das sind Zeiten, in denen ich Gott frage, was es denn noch für mich zu tun gibt hier - außer, dass ich mein eigenes Leben friedlich leben darf ... wofür ich zwar sehr dankbar bin, aber wo bei mir Fragen auftauchen, was denn Gott von mir noch für diesen Abschnitt meines Lebens erwartet. 

Heute habe ich ein Buch zu Ende gelesen, in dem es u.a. auch um die Kriege in den USA zwischen den Indianervölkern und den Weißen gab. Jedes Volk hatte Gründe, warum es die "Feinde" hasste. Und so töteten sie einander in Scharen, bis das Blut die Erde tränkte und nichts mehr so sein durfte, wie es mal war. 

Ich stellte auch hier Gott wieder mehrmals die Frage: war es das, was du dir für die Menschheit gedacht hast, als du sie schufst ... dass jeder um die eigene Macht kämpft? Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gott das alles so laufen lässt, weil es richtig sein soll. 

In solchen Momenten frage ich mich dann manchmal, ob mein Glaube nicht sowieso ein Irrtum ist. Nie im Leben habe ich früher gedacht, dass mich solch eine Zweifelsfrage einmal beschäftigen würde. 

Heute begleitete mich wieder einmal eine Melodie, die ich zunächst einmal gedankenlos in einem Ohrwurm-Reflex in mir und vor mich hin summte. 

Sie stammt aus dem Paulus-Oratorium I von Siegfried Fietz

Anfangs dudelte es in mir wiederholt "Halleluja, Halleluja, Halleluja Amen". Das ging eine ganze Weile so, ohne dass ich weiter drüber nachdachte.... irgendeine Melodie verfolgt mich sowieso fast immer. 

Dann habe ich mein Buch, das ich gerade lese, mal weggelegt - bin aufgestanden um irgendwas zu machen - weiß nicht mehr was genau. Dann fing ich an, den Text leise zu singen... nach dem Hallelujah geht es weiter: "Lass dir an meiner Gnade genügen" ... ich stoppte ... wie bitte ? ...was singe ich da gerade?...
Es handelt sich um den Text aus der Bibel in 2.Korinther 12,9.

Es ist eine Antwort, die Paulus von Gott bekommt, auf seine Bitte, ihm den "Pfahl im Fleisch" (eine Krankheit?) wegzunehmen, In dem Liedtext heißt es nach einer älteren Übersetzung:

"Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in dem Schwachen mächtig"

Ganz langsam sickerte es in mein Bewusstsein - ich wurde hellwach: das war eine Antwort von Gott an mich persönlich. Bedeutet ganz schlicht: ich darf leben und genießen, was ich habe ... und Gott selbst wird meine Mängel ausfüllen, so wie ich es brauche. Mehr erwartet Gott nicht von mir. Einfach nur nahe bei IHM bleiben und mein Herz geöffnet halten für das, was Gott mir an Aufgaben oder Menschen in den Weg legt. Ich staune mal wieder, auf welche Weise Gott mir auf Fragen antwortet - und wie ER mir klarmacht, dass es Seine Worte sind, an mich persönlich.

Und die Menschen um mich herum ... die Welt..? Da erscheint es mir, als wenn Gott mir mit den Worten so etwas Ähnliches sagt, wie er auch dem Hiob sagt mit der Frage: Wo warst du, als ich die Erde  erschuf ... die Grenzen setzte? 

Ich weiß es nicht, was Gott mit der ganzen Welt vorhatte und letztendlich vorhat. Was ich weiß ist, dass Gott jeden Menschen gerne in seiner Gemeinschaft haben will. Und da, wo ich dafür sorgen kann, dass Menschen dies erfahren, da zeigt Gott dies mir - so dass ich es verstehe. Und ER gibt mir dann auch die Worte, die Taten und die Kräfte, die ich dazu brauche. 

Sonntag, 21. Juli 2024

Die erste Liebe - verliert an einer Selbstverständlichkeit - und kann genau dort wiedergefunden werden

Obwohl ich schon immer an Jesus/Gott geglaubt habe, gab es doch eine Zeit, wo ich es zum ersten Mal entdeckte, dass Gott für mich da ist und mir auch antwortet, wenn ich ihn frage.

Ich erinnere mich noch gut an mein Staunen, meine Atemlosigkeit und das Gefühl, mir könne gar nichts schlimmes mehr passieren. Eine lange Zeit war mein Vertrauen in Gott beinahe grenzenlos. Und ich wollte es jedem mitteilen, was ich erlebt habe.

Aber irgendwann - so nach und nach, wurde manches zu einer Selbstverständlichkeit, so dass das Staunen schwächer wurde.

Jetzt, wo ich spürbar älter werde, und wo so manches , was früher noch selbstverständlich war, nicht mehr so gut funktioniert wie früher, habe ich den Eindruck, dass Gott mich spürbar lehrt, dass ich Gottes Beistand und Unterstützung eigentlich für alles brauche, was zum täglichen Leben nötig ist - und im Umgang mit den Menschen um mich herum.

Ich lerne, für die kleinsten Dinge des Alltags um Hilfe zu bitten - und Gott gibt mir das, was ich brauche und füllt die Mängel aus, die ich in mir selbst spüre.

Ich denke, diese Selbstverständlichkeit ist es, die dazu führt, die erste Liebe kraftloser zu machen. Wenn ich verlerne zu staunen und zu erkennen, dass alles, was letztendlich "gut" ausgeht, obwohl es vielleicht manchmal im ersten Moment nicht so aussieht - Gottes Spuren in meinem Leben sind - dann wird auch das Vertrauen schwächer.

Und ich lerne nun, besonders an den Dingen, die nicht mehr so gut funktionieren, das Staunen über die scheinbar selbstverständlichen Dinge ganz neu. Und an dieser Erfahrung wächst auch wieder mein Vertrauen und damit die Liebe, die Gott so reich schenkt, dass sie "überfließen kann" ... so dass auch die Menschen, mit denen ich zusammen treffe, auf diese Weise Gottes Liebe erfahren können.

Samstag, 13. Juli 2024

Kinder-Quartett singt schöne Lieder

 Heute habe ich mal eine ganz andere Sing-Gruppe entdeckt. Sie erinnert mich an manche schöne Stunden in meiner Kinder- und Jugendzeit. Entdeckt habe ich sie auf FB - dann aber auch bei Youtube gefunden. Und dieses Lied hat mich gerade besonders berührt:



Mittwoch, 12. Juni 2024

Wie kann ein Mensch Gott erkennen ... wer/wie/was ist Gott ?

 Ein (für mich) ganz neues Thema kam im Forum auf. Zwar von der Fragestellung nicht neu, aber aus einem ganz neuen Blickwinkel betrachtet.

Dazu hat ein User ein Zitat von "Sadhu Sundar Singh" verlinkt - aus einer seiner Visionen ...

„Als ich zum ersten Male den Himmel betrat, blickte ich rings um und fragte: ,Aber wo ist Gott? Und man sprach zu mir: ,Gott wird hier ebensowenig erschaut wie auf Erden, denn Gott ist unendlich. Aber da ist Christus! Er ist Gott. Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes und nur in Ihm können wir Gott erblicken, im Himmel wie auf Erden."

Der Link zum Buch (PDF)

https://www.imagomundi.biz/wp-content/uploads/2021/01/PNMY69-Der_Sadhu_Christliche_Mystik-Streeter_Appasamy.pdf

auf den gedruckten Seiten steht Seite "32" - im PDF-Dokument ist es Seite 36

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...meine ersten Gedanken dazu....

Ich habe den Namen von Sadhu Sundar Singh (*SSS) das erste Mal auf einer Kinderplatte gehört, mit dem Lied "Ich bin entschieden zu folgen Jesus" - und mit der Geschichte, dass seine Verwandten ihn vergiften wollten, weil er Christ wurde - aber er den Anschlag überlebt hat.


Niemand kann sagen: Gott ist so oder so. Er IST einfach ... der Ursprung alles Seins. Man kann ihn nur erkennen an allem, was er geschaffen hat. Da gibt es keine Personen die speziell "Gott" sind. Er ist überall. Dem Mose stellt er sich vor als "Ich bin der ich bin".

Jeder Mensch hat etwas von Gott in sich - ist aber nicht Gott. Weil man Gott nicht sehen kann. Er hat keine Grenzen, keinen Rahmen, in dem man ihn betrachten kann. Darum ist Jesus so etwas wie ein Bild von Gott - nur mehr als ein normales Bild. In seiner Schöpfung und in seinen Spuren kann man Gott erkennen. 

Für mich wäre es eine Erweiterung, dass ich besser verstehen könnte, was Jesus gerade für die unsichtbare Welt bedeuten könnte. Bisher gab es nur die Kreuzigung für unsere Sünden (auf der Erde) und die "Bekehrung" für das Leben danach ... mit vielen Fragen zum "Warum". Braucht Gott ein Opfer, um die Menschen (die er selbst geschaffen hat) annehmen zu können?

Und dann ging Jesus voraus, um den "Himmel" für die Seinen vorzubereiten ... damit diese ihn anbeten können...... sonst nichts? ER ließ den "Heiligen Geist" (*HG) als "Tröster" zu den Menschen kommen, um ihnen Gottes Plan mit ihnen verständlich zu machen.

Wenn nun die eigentliche "Aufgabe" von Jesus diese war, dass sie Gott quasi sichtbar macht für "uns" (wer auch immer sich dazu zählt) - weil Gott sonst nicht sichtbar ist für die Menschen, dann macht das Ganze (für mein Empfinden) mehr Sinn. Denn Gott gab "der Welt" seinen Sohn nach Joh.3,16... damit die Welt IHN erkennt - im Erdenleben sowie im "Leben danach". 

Samstag, 8. Juni 2024

Ist die Schöpfungsgeschichte am Anfang der Bibel die einzige?

Ich erinnere mich an eine Aussage von einem "SonntagschulOnkel", als ich noch Kind war. Der meinte, zwischen dem ersten und zweiten Vers in der Bibel läge eine lange Zeit. Weil Gott natürlich nichts schaffen würde, was "wüst und leer" wäre. Gott hätte von Anfang an eine vollkommene Welt erschaffen. Dann sei aber eine Katastrophe (er meinte, den Fall Satans) dazwischen gekommen, der alles zerstört hätte. Und danach geschahen die Dinge, die im Schöpfungsbericht in den folgenden Versen der Bibel beschrieben werden.

Obwohl ich noch ein Kind war, ist mir diese Version der Schöpfungsgeschichte in Erinnerung geblieben. Danach hatte ich aber nie wieder diese Version der Schöpfung von anderen gehört. 

Aber im Gespräch über das Böse im Forum hat jemand genau diese Theorie auch angesprochen ... mit der Ergänzung, dass in dieser Phase Engel die Erdenbewohner gewesen wären....begründet mit der Geschichte aus Hes. 28, weil man über keinen menschlichen Fürsten so etwas sagen könne, was dort über einen Fürsten gesagt wird.   

Auf diese Weise fühle ich mich angeregt, neu darüber nachzudenken, wie es wäre, wenn das so stimmt. 
Auch die Schöpfungsgeschichte am Anfang der Bibel könnte ich dann besser verstehen, wenn "das Böse" eben nichts Neues war. 

Mir ist natürlich bewusst, dass ich - ebenso wie alle anderen Menschen - auf dieser Erde nie die vollkommene Wahrheit erfassen kann. Aber ich nehme trotzdem auch solche Gedanken ins Visier, indem ich auch darüber im Gespräch mit Gott bleibe. Auf diese Weise bin ich mir sicher, dass Gott es nicht zulässt, dass "verbotene Gedanken" sich bei mir einnisten, wenn ich mit aufrichtigem Herzen Gott suche. 

Donnerstag, 6. Juni 2024

Der Satan in der Geschichte Hiobs

...entstanden im Gespräch um das Böse < > das Gute

In der Geschichte des Hiob ist der Satan ein Untertan Gottes - der aber selbstständig agiert. Er "führt in Versuchung" und macht Gott Vorschläge, wie ein Mensch auf seine absolute Loyalität zu Gott geprüft werden könnte.

Gott gibt ihm begrenzte Macht, diese "Prüfung/Versuchung" durchzuführen. 

Ich denke, die Versuchung fing schon mit den "Freunden" Hiobs an..... oder noch früher, mit der eigenen Ehefrau. Gott hat es bis zu einem bestimmten Punkt zugelassen. Das war der Punkt, an dem Hiob ansprechbar war, für Fragen, die Gott ihm dann selbst stellte.

Der Satan hat quasi den Menschen "Hiob" bereit gemacht, dass dieser Mensch in seinem ganz persönlichen Leiden ansprechbar wurde ... zB zu der Frage: warum.

Für manche Leser ist wahrscheinlich das Reden Gottes noch fragwürdiger, als das Leiden selbst. Gott redet gar nicht über das Leiden, sondern darüber, wie das Verhältnis des Hiob zu Gott selbst ist. Und Hiob versteht es und verändert etwas. Danach erwähnt auch Hiob sein Leiden gar nicht mehr - als wenn er es vergessen hätte.

Am Ende wird Hiob für seine Standhaftigkeit von Gott belohnt und die Versucher verurteilt.

Der Satan agiert hier wie manche Psychologen (zB bei Werbung) der Schwachstellen aufdeckt und für seine Zwecke nutzt. Gott gebraucht dies, um die Menschen zu prüfen und die Schwachstellen anzusprechen. Nicht mit dem Ziel (das der Satan hat) den Menschen zu verurteilen, sondern um ihm zu zeigen, dass er Gott im ganzen Leben braucht, um nicht zu Fall zu kommen. Und selbst wenn der Mensch stolpert und auch mal fällt, streckt Gott ihm die Hand hin, die dem Menchen helfen kann, wieder aufzustehen und weiterzugehen ... ohne die Last, die ihn zu Fall gebracht hat. Auf diese Weise erleben Menschen oft im Leiden, dass sie Gott näher kommen als zuvor, und dass das Leiden seinen "Stachel" verliert.

Das ist die Art, wie ich Gott schon viele Jahre lang erlebe. Und das ist der Grund, warum ich denke, dass vieles, was Beobachter nur als "Böse" erkennen können von Gott benutzt und "unschädlich" gemacht werden kann .. wenn wir Seine Nähe zulassen und seine Hand ergreifen. Das Ergebnis kann zunächst nur der Betroffene erkennen. Später vielleicht auch Beobachter darin, was den betroffenen Menschen verändert hat.

Gut und Böse im Ausgleich miteinander = überwinden

 Fortsetzung zum Thema  im Gespräch....

Dass es Böses gibt, schließe ich nicht aus. Gerade auch weil der Mensch selbst die Entscheidungsfreiheit hat. Es geht mehr darum, dass es ausgewogen bleibt, so dass es möglich ist, dem Bösen zu begegnen mit Gutem. Das ist die altbekannte Geschichte der "Liebe", so wie Gott sie austeilt und fähig macht, zum weitergeben. Das bedeutet mMn "das Böse mit dem Guten  zu überwinden".

Diese Liebe welche von Gott kommt, kann auch nur empfangen werden, wenn der betroffene Mensch mit Gott in Verbindung ist und bleibt. Ohne Gott besteht die Gefahr, dass die Waage zur falschen Seite Übermacht bekommt, so dass das Böse überwiegt.

Der Kernpunkt um den es dabei geht, liegt dabei in erster Linie darin, die Dinge MIT Gott anzugehen. Wer mit Gott in Verbindung steht, der wird von Ihm auch befähigt, das Richtige zu tun. Und dann kann Gott auch aus Bösem Gutes entstehen lassen, wenn man durch Handlungen es nicht schafft, das Böse mit dem Guten zu überwinden. Gott sieht dabei nicht das vordergründige Verhalten, sondern das Herz an - und befähigt ein stückweit auch den Menschen, weiter zu blicken, als nur bis zum nächstliegenden Horizont.

Als Beispiel denke ich da an die Geschichte von Joseph aus 1.Mose Kap. 39-50

Joseph wurde von seinen Brüdern als Sklave verkauft, wurde von einer Frau verraten und ins Gefängnis geworfen - kam dann durch eine Traumdeutung zu Ehren und wurde Minister, der das Land vor dem Hungertod bewahren konnte. In alle den Stationen auf seinem Leidensweg hieß es immer, dass Joseph mit Gott rechnete und Gott mit ihm war. So hat Gott ihn durch das Leiden hindurch geführt und letztendlich von Gott "erhoben" vor seinen Brüdern, denen er später vergeben hat.

Diese Geschichte, zusammen mit der Hiobsggeschichte, ist für mich ein guter Anhaltspunkt, bei dem es darauf ankommt, Böses mit Gutem zu überwinden. IN der Verbindung zu Gott bekommt ein Mensch Fähigkeiten, tiefer zu schauen, als das, was vor Augen ist - und dadurch auch mehr Antrieb und Kraft, Leiden zu überwinden.